Hier finden sich abstruse Dinge aus dem Bereich des Canyonings, das wir gefunden haben.

Tourenplanung - die Laiencanyoning-Variante

Dass sich das Klima verändert ist in der Zwischenzeit Allgemeingut. Nochmals bestätigt wurde dies in einer neuen Studie (siehe pdf unten). Für das Canyoning hat dies eine besondere Bedeutung. Das Canyoning wird dadurch noch gefährlicher. Eine erhöhte Temperatur führt dazu, dass die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, dies kann in der Folge zu vermehrten Starkregenereignissen und Gewittern führen.

Laien schauen oftmals nach oben und holen noch die Wetterprognose ein.

Zur Vorbereitung einer Canyontour, bzw. zur Klärung der Frage, ob man die Tour überhaupt durchführt, ist jedoch die Analyse des Einzugsgebietes sowie die detaillierte Betrachtung der Wettervergangenheit von zentraler Bedeutung. Es muss die so genannte „raumzeitliche Transformation“ erfolgen. Einige der spektakulären Unglücke (Raganelloschlucht, Parlitobel, Heckenbach, …), die in der letzten Zeit durch die Medien gingen, sind auf die Nichtbeachtung dieser Faktoren zurückzuführen.

In der „Canyonpost“, der Vereinszeitung des Deutschen Canyoning Vereins (der in keinerlei Beziehung zu der Deutschen Canyoning Schule steht), erschien im Mai 2021 (!) ein Artikel zur Tourenplanung (siehe pdf unten). In diesem werden die Analyse des Einzugsgebietes des Canyons und die Betrachtung Wettervergangenheit gar nicht erwähnt.

Nun muss man in Rechnung stellen, dass sich der Deutsche Canyoning Verein als eine Laienvereinigung versteht und auch der „Sicherheitskreis“ aus Laien ohne eine Canyonführerausbildung besteht. Das interessiert jedoch die physikalischen Prozesse bei einer Canyontour eher nicht.

 

 

Zur fundierten Planung einer Canyontour siehe Hofmann, E., Ott, T. (2021) „Handbuch Canyoning“ Kapitel 3.

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Selbstbezichtigung mittels Video

Jüngst tauchte bei Youtube ein Video auf, in dem die Begehung des Heckenbachs (der aufgrund mehrerer medienwirksamer Vorfälle komplett gesperrt ist) gezeigt wird. Am Ende des Videos taucht auch noch das entsprechende Verbotsschild auf.

 

Man sich muss generell (auch außerhalb des Canyonings) fragen lassen, ob es sinnvoll ist:

-          Ein Vergehen zu begehen

-          Sich selbst bei dem Begehen des Vergehens im Video zu dokumentieren

-          Die Grundlage des Vergehens (Verbotsschild) gleich mit zu dokumentieren

-          Dieses Video ins Netz zu stellen

-          Den eigenen Namen dazuzuschreiben

 

Für das Canyoning hat solch eine Aktion jedoch katastrophale Folgen. Es ist wohl sehr schwer, auf dem Hintergrund eines solchen Unsinns mit den Behörden in eine Diskussion über die Sperrung / Freigabe von Canyons zu reden.

 

Das Canyoning in Deutschland dürfte auf absehbare Zeit (und aus Sicht der Behörden auch völlig gerechtfertigt) sicher verboten bleiben.